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von Gunter Weißgerber

Liebe ungarische Leser, ich hoffe, Sie sind gesund und glücklich in das Jahr 2022 gekommen. Im April wählen Sie ein neues Parlament und eine neue Regierung. Wollen Sie Ihren guten Weg weitergehen oder einen grün-kommunistischen Erziehungsweg einschlagen? Sie entscheiden das im April.

Für Sie hoffe ich, dass auch Ihre neue Regierung anders als die deutsche Regierung tatsächlich das Wohl der Bevölkerung im Auge hat. Der neuen deutschen Regierung ist das jedenfalls nicht zu attestieren. Die macht dort weiter, wo die alte Merkel-Regierung aufgehört hat: am wirtschaftlichen, technischen, zivilisatorischen Abbau der Bundesrepublik. Dafür fand die neue Regierung sogar einen Namen: Transformation in eine ökosoziale Marktwirtschaft.

von Gunter Weißgerber

Auch ich irrte mich. 2005 dachte ich, Bundeskanzlerin Merkel wird nur für vier Jahre als Betriebsunfall in der Bundesrepublik agieren. Politisch richtungsweisend fiel sie bis dahin nie auf. Sie formulierte die übliche Kritik an der politischen Konkurrenz und nach innen stärkte sie den konservativen Flügel der Union. Mit Worten, nicht mit Taten. Rückblickend glaube ich, sie hatte keinen eigenen Plan außer dem, endlich Kanzlerin zu sein. Mit ihrer Kanzlerschaft ließ sie sämtliche konservativen Positionen fallen und übernahm die Grundpositionen von SPD und Grünen. Damit war ihr der Beifall der schreibenden Zunft der Bundesrepublik sicher.

von Gunter Weißgerber

Eine Transformation im Sinne der Klassiker linker Utopien. Zur Freude der weltweiten Konkurrenz.

Nun hat es auch die FDP erwischt. Die vormals freiheitliche Marktwirtschaftspartei der erfolgreichen Bundesrepublik unterschrieb den Koalitionsvertrag ›Mehr Fortschritt wagen. Bündnis für Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit‹ und damit die ideologische Einstimmung auf die Transformation der deutschen Wirtschaftsordnung zu einer sozial-ökologischen Marktwirtschaft. Wir kennen das Klangbild noch aus Ostblockzeiten. Die SED verkündete 1976 beispielsweise im Juni 1971 die ›Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik‹ als Hauptaufgabe in der DDR. Gemeint war damit, die sozialistischen Lebens- und Wirkungsbedingungen der ökonomischen Gesetze des Sozialismus vollendet in Anwendung zu bringen. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen, achtzehn Jahre später nach langem Leiden gingen DDR und Ostblock wirtschaftlich und sozial unter. Jetzt, zweiunddreißig Jahre später sind die Gesellschaftsarchitekten zurück, auch das wird nicht gutgehen. Die Kreation einer neuen Welt losgelöst von der Realität ist ein unverantwortliches Sozialexperiment vergleichbar mit Maos großen Schritten... Auf die FDP bezogen heißt das, sie entwickelt sich zur LDPD zurück. Das war eine scheinliberale kommunistische Blockpartei in der DDR.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.