… neulich im Einstein

fiel wieder einmal auf, wie alltäglich – und schon sozial akzeptiert? – es heute ist, auf Universitäten veralbert zu werden; – es scheint, als ob von den Lektionen, die Mephisto dem Scholaren gibt, nur die eine bleibt: »Schon gut! Nur muß man sich nicht allzu ängstlich quälen; / Denn eben wo Begriffe fehlen, / Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.« (Vers1994-1996)

In der SZ (Nr. 179/2017) war von Leuten zu lesen, die man früher Bekenner (Professor) genannt hätte, die jetzt aber, um ihre Vermutungen von der Konstruktionsmacht der Sprache zu demonstrieren, neue Zeichenreihen (als Berufserkennung) für sich entwerfen: Profx …was, obwohl logopädisch als klassische Wortfindungsstörung ausgewiesen, sich wohl nicht auf deren Lehrkompetenz auszuwirken scheint.

Romulus und Remus (Kapitolinische Wölfin)

von Gunter Weißgerber

Ich bin Milchtrinker. Auch genieße ich gern Wein, doch das soll hier und jetzt nicht das Thema sein.

Zur Milch. Frische Milch soll es sein, unbedingt. Und die ist wohlschmeckend immer schwieriger zu bekommen. Nach H-Milch schmeckt inzwischen leider auch die Milch, auf der Frischmilch drauf steht. Ich fühle mich regelrecht milch-beschissen.

Angefangen hat das mit meinem sensiblen Milchgeschmack im Annaberg-Buchholz/Erzgebirge mit der Frischmilch des schon lange nicht mehr existenten privaten Molkereigeschäfts in der Haldenstraße in den Fünfzigern des letzten Jahrtausends.

… neulich im Einstein

war ich überrascht, wie sang- und klanglos eine unsere christlich-jüdische Alltagskultur lange prägende Verkehrsform des Zusammenlebens politisch eingeebnet wurde: die Beseitigung des Privilegs, nur den geistlich oder amtlich bezeugten Zusammenschluss zweier (erwachsener) Personen unterschiedlichen Geschlechts als Ehe zu bezeichnen. – Man sei nun auch in Deutschland im XXI. Jahrhundert angekommen, hieß es – aber selbst das machte die Parlamentarier nicht stutzig!?