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… neulich im Einstein

war ein Freund bewegt vom, wie er es nannte, heiligen Kind (›L’enfant sacré‹); es sei die wiedererstandene Jungfrau von Orleans … nur mit nicht so feurigem Ausgang. Aber da war mein Widerspruch prompt, denn: zunächst werde nicht ihr heutzutage eingeheizt, sondern uns Zuschauern von ihr. Und zum anderen rückt sie doch in der Heroen(Heroinen)skala, wenn man schon bei der französischen bleiben will, ziemlich weit nach vorn. Zu ihrer Gestalt finden sich Parallelen beim ›Unbestechlichen‹ (in Paris 1793), der – zuerst – den Schrecken »als die Konsequenz des allgemeinen Prinzips der Demokratie in seiner Anwendung auf die dringendsten Bedürfnisse des Vaterlandes« deklarierte (Wikipedia, Art. ›Terrorherrschaft‹). Und ›Schrecken‹ (›La Terreur‹) ist seither ein nachhaltiger Begriff der politischen Sprache geworden (das ist etwas anderes als das Kindermärchen von ›Einem der auszog das Fürchten zu lernen‹). Wer ›Schrecken‹ als solch zentrale Botschaft vor politischen Gremien verkündet – wie eben ›das heilige Kind‹ –, muss diesbezüglich politisch als eine Robespierienne begriffen werden.

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von Christiane Illgen-Weißgerber

Die Problemgruppe Nummer eins sind die berufsaktiven Menschen
(Thomas Krüger)

Die Bundeszentrale für politische Bildung und hier speziell deren Präsident Thomas Krüger (SPD) weiß es ganz genau: »Laut Studien haben Berufstätige die geringste Widerstandskraft gegenüber extremistischen Ideen« (»Mit Bildung gegen rechts«, DNN 27.08.2019). Anders ausgedrückt, die politische Erziehung erreicht das werktätige Volk nicht. Arbeiten ist rechts!? Heißt, wer arbeitet, ist aus Zeitgründen, d.h. mangelhafter Konsumtion der ›wahren‹ politischen Erziehung, rechts? Geht’s noch?

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… neulich im Einstein

waren von überall her wieder einmal Meldungen zu lesen, die die geistig-praktische Disposition berühren, ohne die ein freiheitlich selbstbestimmtes Leben in der Moderne nicht möglich ist: den First Amendment. Dieser krönt seit 1791 den Grundrechtekatalog aller parlamentarisch-demokratischen Gemeinwesen, er macht den spirituellen Kern dessen aus, was wir ›den Westen‹ nennen. – Wenn wir als Freie in Freiheit miteinander leben wollen, sollten wir alle Versuche abwehren, die unbedingte Geltung dieser Norm einschränken zu wollen.

Eine bedingte Meinungsfreiheit ist keine! Weder moralische, noch religiöse Gründe, natürlich auch nicht Mehrheiten oder Stimmungs- und Notlagen dürfen die bedingungslose Geltung von Meinungsfreiheit zur Disposition stellen. Wenn nicht mehr jedem die Freiheit zugestanden wird, zu denken was er will und zu sagen was er denkt, beginnt damit die Zerstörung der geistigen wie der geistlichen Räume unseres Lebens. Das würde uns – als absurdes retour de la nature – in den Zustand natürlicher Gewalt gegeneinander führen (wer mehr Gegendemonstranten aufbringt gewinnt, auf der Straße wie im Hörsaal).

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.