Peter Brandt

 

geb. 4.10.1948 in Berlin, dort – bis auf Forschungsaufenthalte – vier Jahrzehnte gelebt. Nach Grundschul- und Gymnasialausbildung ab Sommersemester 1968 Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin, dort 1973 Promotion mit einer Studie über die Rekonstruktion der organisierten Arbeiterbewegung in Deutschland 1945/46 am Beispiel Bremens. 1975-1986 Wissenschaftlicher Assistent bzw. Hochschulassistent bei Prof. Reinhard Rürup (zugleich Betreuer der Dissertation und der Habilitationsschrift) am Institut für Geschichtswissenschaft der Technischen Universität Berlin, dort 1988 Habilitation mit einer Untersuchung der Vor- und Frühgeschichte der Burschenschaft im Rahmen der deutschen Nationalbewegung 1770-1825. 1973-75 und 1986-89 neben der Forschungstätigkeit Lehrbeauftragter und freier Publizist. Seit 1989 Lehrstuhlvertreter, seit 1990 Professor für Neuere Geschichte an der FernUniversität in Hagen. Ab 2011 Mitglied des Hochschulrates der FernUniversität in Hagen. Emeritierung 2014.

Am Historischen Institut der FernUniversität bis 2014 zuständig für die deutsche und europäische Geschichte des 18. - 20. Jahrhunderts. Neben der üblichen Vertretung des Fachs in Forschung und Lehre und der Beteiligung an der akademischen Selbstverwaltung Vorträge im In- und Ausland, u. a. in Berlin, Bielefeld, Bochum, Heidelberg, Göttingen, Zürich, Breslau, Oslo, Oxford, Birmingham, Brüssel, Paris, Rom und St. Petersburg. Direktor des Instituts für europäische Verfassungswissenschaften der FernUniversität, Sprecher des Historischen Promotionskollegs über »Gesellschaftliche Interessen und politische Willensbildung« und als Herausgeber (mit M. Kirsch und A. Schlegelmilch) Erstellung eines vierbändigen Handbuchs mit CD-ROM-Quellenedition zur vergleichenden europäischen Verfassungsgeschichte seit 1770, erscheint seit 2004.

Forschungsfelder:

Nationalismus und bürgerlicher Wandel seit dem 18. Jahrhundert; Vergleichende europäische Verfassungsgeschichte seit dem 18. Jahrhundert; Geschichte Nordeuropas; Geschichte der Arbeiterbewegung und des Sozialismus; Die Deutsche Frage, besonders nach 1945.

Auswahl von Buchveröffentlichungen neben Dissertation und Habilitationsschrift:

Arbeiterinitiative 1945, 1976 (Mitherausgeber und -verfasser); Arbeiter-, Soldaten- und Volksräte 1918/19, 1980 (Quellenedition, Mitbearbeiter); Preußen – Zur Sozialgeschichte eines Staates, 1981 (Band 3 des Ausstellungskatalogs Preußen - Eine Bilanz); Die Linke und die nationale Frage, 1981 (Dokumentensammlung, Mitherausgeber); Sozialismus in Europa - Bilanz und Perspektiven, 1989 (Mitherausgeber und -verfasser); Volksbewegung und demokratische Neuordnung in Baden 1918/19, 1991 (Mitverfasser), »Vaterlandslose Gesellen«. Sozialdemokratie und Nation 1860-1990, 1992 (Mitverfasser); 1746/1996. Beiträge zur Geschichte der Stadt Hagen, 1996 (Mitherausgeber und -verfasser); An der Schwelle zur Moderne - Deutschland um 1800, 1999 (Herausgeber und Mitverfasser); Schwieriges Vaterland. Deutsche Einheit - Nationales Selbstverständnis - Soziale Emanzipation (Aufsatzsammlung des Verfassers, 2001); Symbolische Macht und inszenierte Staatlichkeit (Mitherausgeber und -verfasser, 2005); Soziale Bewegung und politische Emanzipation (Aufsatzsammlung, 2008).

Studienbriefe u. a. (Verfasser und Mitverfasser): Einführungskurs »Deutschland zur Zeit des Kaiserreichs«; Grundkurs »Bürgerliche Gesellschaft in Deutschland« (1990 auch als Buch erschienen); »Studentische Reformbewegungen in Deutschland 1750 - 1850«; »Preußen in der deutschen Geschichte 1147 - 1947«; »Entstehung politischer Richtungen in Europa seit dem 18. Jahrhundert«; »Politische Geschichte Deutschlands 1870 – 1945«.

Vollständige Liste der Veröffentlichungen hier.

Neben der wissenschaftlichen Arbeit Bemühungen um eine seriöse Popularisierung (Herausgabe Historischer Lesebücher, Jubiläumsschriften, Mitarbeit an Ausstellungen, Vorträge an Volkshochschulen, Bildungseinrichtungen von Gewerkschaften und politischen Parteien usw.) sowie politisches Engagement und politische Publizistik, in den 80er und 90er Jahren vor allem die Problematik der Teilung und Vereinigung Deutschlands betreffend. Mitglied der SPD und der Gewerkschaft ver.di.

Mitglied des Vorstands des »Kondylis-Instituts für Kulturanalyse und Alterationsforschung« (Kondiaf), Vertrauensdozent der Hans-Böckler-Stiftung, Mitglied des Vorstands der Friedrich-Ebert-Stiftung, Mitglied des Kuratoriums der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung, Mitglied der Historischen Kommission beim Parteivorstand der SPD, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets, Sprecher des Kuratoriums der Deutschen Gesellschaft.

Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

Verheiratet, zwei erwachsene Kinder.