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von Immo Sennewald

»Die unterhaltendste Fläche auf der Erde für uns ist die vom menschlichen Gesicht.«

Das sagte der Physiker, Philosoph und Schriftsteller Georg Christoph Lichtenberg fast 250 Jahre bevor Selfies und Videos, erzeugt mit hunderten Millionen Kameras in Smartphones, verbreitet über Kanäle der ›social media‹ die Welt fluteten. Ein gewaltiger Schub in der Geschichte der Bildermedien, die seit dem 19. Jahrhundert nur eine Richtung kannten: mehr, besser, billiger. Natürlich zogen Gesichter schon viel früher das Augenmerk auf sich, und das eigentlich ›Unterhaltende‹ daran ist bis heute zweierlei:

  • Wie stark Mienen die Emotionen von anderen mitschwingen lassen können – egal ob sie real erlebt oder in einem Bild, noch wirksamer im Film, dargestellt werden.
  • Was lässt sich aus einem Antlitz herauslesen, was als Information über die hinter der Stirn verborgenen Absichten nutzen – sei ’s eine vom Alter gefurchte oder mit jugendlicher Glätte bezaubernde?

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von Ulrich Schödlbauer

Als die Wissenschaft von der Literatur von den Bildschirmen der Weltpresse verschwand, hinterließ sie der schreibwütigen Menschheit ein kleines schmutziges Andenken: das Narrativ. Narrativ heißt die Erzählung hinter der Erzählung, das Muster der immer gleichen Versatzstücke, aus dem eine Zeit ihre Lieblingsgeschichten gewinnt. Personen und Orte wechseln, der Stoff bleibt sich gleich. So steckt in jeder tragischen Liebesgeschichte ein Stück von Romeo und Julia, in jedem Macron ein kleiner Napoleon, in jeder Kanzlerin die Erinnerung an Einheit und Zwist im Bismarckreich, an Kirchenkampf und Sozialistengesetze – nur die real existierenden Konfliktparteien wechseln. Die Narrative liegen also bereit, sobald die Politiker, die Nachrichtenleute, die Kommentatoren des Weltgeschehens dem Publikum, das bereits im Bilde ist, ihre Versionen des Weltgeschehens auftischen.

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von Ulrich Schödlbauer

Wenn man aufhört, Furcht vor dem Tod zu haben, wird das Leben plötzlich
schön, faszinierend und gänzlich unnütz.
E.M. Cioran

Pschyrembel 2020: Covid-19 + Vorerkrankungen.

*

DER WESTEN † Todesursache: COVID-19 R.I.P. (»Test the West!«)

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Kein Schaden ist so groß, dass er nicht locker verantwortet würde, solange kein Anspruch auf Schadenersatz droht.

*

Mit dem aufkommenden Anspruch auf Schadenersatz beginnt die Flucht aus der Verantwortung: »Hätten wir das damals gewusst, was hätten wir (nicht) getan!«

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.