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Peter Brandt ist Professor für Neuere Geschichte an der FernUniversität in Hagen. Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit liegen auf den Gebieten Nationalismus und bürgerlicher Wandel seit dem 18. Jahrhundert, vergleichende europäische Verfassungsgeschichte seit dem 18. Jahrhundert, Geschichte der Arbeiterbewegung und des Sozialismus und die Deutsche Frage.

Wikipedia-Eintrag

von Peter Brandt

Die deutsche Revolution von 1918/19 war alles drei zugleich: Endpunkt jahrzehntelanger Liberalisierungs- und Demokratisierungsbestrebungen, spontane Volkserhebung zur Beendigung des faktisch schon verlorenen Krieges und sozialdemokratisch geprägte Klassenbewegung mit antikapitalistischer Tendenz. Die Verschränkung liberal-demokratischer, antimilitaristischer und proletarisch-sozialistischer Komponenten in der Revolution ergab sich aus dem Charakter des Kaiserreichs von 1871 und der Doppelrolle der sozialdemokratischen Bewegung in ihr als Organisation der klassenbewussten Arbeiter wie als einzige starke Kraft, die ohne Einschränkung für die politische Demokratisierung des Deutschen Reiches, einer konstitutionellen Monarchie mit starken autoritären Elementen, eintrat.

Weiterlesen ... Das Ende des monarchischen Obrigkeitsstaates in Deutschland

Am 6. April 2018 starb der Historiker Reinhard Rürup. Aus diesem Anlass veröffentlichen wir – anstelle eines Nachrufs – die folgende persönlich gehaltene Rede unseres Herausgebers Peter Brandt.

Festansprache anlässlich des 80. Geburtstages von Reinhard Rürup am 29. Mai 2014 im Lichthof der Technischen Universität Berlin

Verehrte Frau Rürup, verehrter Herr Rürup, geschätzte Familienangehörige und Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen, meine Damen und Herren!

Dass gerade ich heute hier stehe, ist wohl nicht zufällig. Reinhard Rürup ist mein Lehrmeister nicht nur während eines Wegabschnitts meiner akademischen Laufbahn gewesen, wie es für etliche der Anwesenden gilt, sondern mein Lehrer über eine lange Strecke. Sein erstes Semester als Dozent an der Freien Universität Berlin, damals noch Wissenschaftlicher Oberassistent, im Sommersemester 1968 war mein erstes Studiensemester.

Weiterlesen ... Zum Tode von Reinhard Rürup

 

Eine exemplarische Polemik

von Peter Brandt

Die letzten judenfeindlichen Vorfälle bei Anti-Israel- und Anti-USA-Demonstrationen vorwiegend arabischer und türkischer Muslime und etliche Vorfälle an Schulen haben in der Politik und in den Medien eine breite, sorgenvolle Resonanz gefunden – zu Recht. Wie bei solchen Anlässen üblich, wird dann legitime Kritik an der jahrzehntelangen Unterdrückung der arabischen Palästinenser durch den Staat Israel oder auch nur an einzelnen Aktionen der israelischen Staatsführung als ›eigentlich‹ oder ›versteckt‹ antisemitisch charakterisiert. Aus der zutreffenden Feststellung, dass sich Antisemitismus heutzutage nicht selten als Antizionismus tarne, wird dann schnell der abwegige Umkehrschluss, dass es sich bei jeder mehr als kosmetischen Kritik an Israel – wobei das Existenzrecht Israels selbstverständlich von jeder Kritik ausgenommen bleibt – um Antisemitismus handeln müsse. Ein solches Etikett wird inzwischen gern auch einer ablehnenden Haltung gegenüber dem internationalen Finanzkapital, wenn nicht dem Antikapitalismus überhaupt angeheftet. Da kann man sich manchmal schon fragen, welche Stereotypen in den Köpfen vieler ›Freunde Israels‹ schlummern…

Weiterlesen ... Verdammt in alle Ewigkeit?

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