von Katharina Kellmann

Der Historikertag in Münster macht sich Sorgen um den Bestand der Demokratie – nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt. Ich hoffe, dass die Menschen, die in anderen Erdteilen leben, diesen Aufruf des Gewissens dankend zur Kenntnis nehmen werden. Am deutschen Wesen soll eben die Welt genesen – vor allem, wenn es um eine gute Sache geht. Ich sehe schon, wie Herr Erdogan oder Herr Trump zittern.

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Was waren das noch für Zeiten? Alfred Dregger, in den siebziger und achtziger Jahren Frontmann der deutschen Nationalkonservativen in der CDU, warnte den deutschen Bürger vor den Sozis, die eine andere Republik wollten. Wenn in der ersten Hälfte der siebziger Jahre die Jungsozialisten ihren Bundeskongress abhielten, dann atmete der deutsche Reihenhausbesitzer (nicht selten ein eingeschriebener Sozialdemokrat) auf, wenn am Sonntagabend Willy Brandt verkündete, dass diese Beschlusslage für die Partei nicht verbindlich sei.

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von Holger Czitrich-Stahl

Wenn Alexander Dobrindt (CSU) zum Jahresbeginn von einer bevorstehenden ›konservativen Revolution‹ schwadronierte, so bediente er mit diesem Terminus typische Denkbilder eines Diskurses, der ›1968‹ ausschließlich als ein Synonym für kulturellen Niedergang, Abwendung von der Leistungsgesellschaft, schlechte Manieren, Multikulti, Feminismus usw. thematisiert und negativ fixiert. Hierin wissen sich eingefleischte Traditionskonservative und deutschalternative Neocons einig. Der Deutungskampf um die ›Chiffre 1968‹ (Wolfgang Kraushaar) ist längst in vollem Gange, und momentan befinden sich die Gegner der Kulturrevolution von vor fünfzig Jahren in der Offensive.

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