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von Herbert Ammon

Dass die Grünen in diesem unserem Lande das Curriculum politischer Bildung bestimmen, ist dem mündigen Bürger (w/m/d) seit langem klar. Seit sie mit fünf Ministerien in der Ampel-Regierung sitzen, sind sie dank Koalitionsvertrag bemächtigt, ihren Lehrplan – in derzeitiger Taxonomie: Klimarettung (=EEG), moderne Einwanderungsgesellschaft, diversity und Sonstiges, darunter Frieden – bundesweit durchzusetzen.

Taxonomie ist ein Terminus der Curricularforschung, die seit den 1960er Jahren aus den USA importiert, das angestaubte – föderale, duale und dreigliedrige – (west-)deutsche Bildungssystem modernisieren sollte. Der Lehrerfolg in Schule und Unterricht sollte fortan an Lernzielen bemessen werden, die wiederum taxonomisch in kognitive, instrumentelle und affektive (oder affektuelle) unterteilt wurden.

von Gunter Weißgerber

Deutschland wird transformiert. So beschloss es die Koalition aus SPD, FDP und Grünen. Das euphemistisch verschwurbelte Ziel lautet ›Ökosoziale Marktwirtschaft‹. Gemeint ist eine grün-linke Lagerhaltung der Bevölkerung. Das gesamte Leben soll dem grünen Fetischismus unterworfen werden. Damit das auch immer schön öffentlich begleitet wird, debattiert der Deutsche Bundestag derzeit über die Schaffung des Amtes eines hoch besoldeten ›Parlamentspoeten‹. Wer nun meint, das sei ein politischer Scherz, der irrt gewaltig. Sie meinen das ernst und glauben sich auf geschichtsdeterministischer Linie á la den Gesängen der Klassiker des Marxismus-Leninismus. Auch das sagen sie nicht so, sondern fabulieren links-grün ›das Amt einer Parlamentspoetin könne als Irritation, als Störfaktor dienen, Brücken bauen, Risse in unserer Gesellschaft heilen sowie parlamentarische Diskurse, politische Debatten und Strömungen in Poesie und Prosa gießen, die Politik poetischer und die Poesie politischer machen und die sinnliche Welt des Fühlens, Sehens, Schmeckens, Metaphernfindens, der Synästhesie in den Bundestag und so weiter ...

von Gunter Weißgerber

Auch ich irrte mich. 2005 dachte ich, Bundeskanzlerin Merkel wird nur für vier Jahre als Betriebsunfall in der Bundesrepublik agieren. Politisch richtungsweisend fiel sie bis dahin nie auf. Sie formulierte die übliche Kritik an der politischen Konkurrenz und nach innen stärkte sie den konservativen Flügel der Union. Mit Worten, nicht mit Taten. Rückblickend glaube ich, sie hatte keinen eigenen Plan außer dem, endlich Kanzlerin zu sein. Mit ihrer Kanzlerschaft ließ sie sämtliche konservativen Positionen fallen und übernahm die Grundpositionen von SPD und Grünen. Damit war ihr der Beifall der schreibenden Zunft der Bundesrepublik sicher.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.