von Lutz Götze
Der dritte Oktober wird der ›Tag der deutschen Einheit‹ genannt. Er ist es nicht.
Auch im Jahre 2022, dreiunddreißig Jahre nach dem Mauerfall, ist die Mehrheit der Deutschen in Ost und West davon überzeugt, dass das Datum falsch gewählt worden sei. Nur Wenige wüssten überhaupt, woran es erinnere.
Festgesetzt wurde dieses Datum lediglich, um dem Gründungsdatum der Deutschen Demokratischen Republik – 7. Oktober 1949 – zuvorzukommen. Die unselige Erinnerung daran sollte nicht fortbestehen. Also beschloss die Volkskammer der DDR am 3. Oktober 1990 den Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland gemäß Artikel 23 des Grundgesetzes. Reicht aber diese Entscheidung aus, um die Wiedervereinigung Deutschlands auch fürderhin an diesem Tage zu feiern?
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- Geschrieben von: Götze Lutz
- Rubrik: Geschichte
von Peter Brandt
Meine Damen und Herren, liebe Friedensfreunde und Friedensengagierte!
Es ist eine gute Sitte, überall auf der Welt zum Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima dieses schrecklichen Ereignisses zu gedenken, das zweifellos einen Zivilisationsbruch und ein schweres Kriegsverbrechen darstellt. Letzteres trifft selbst unter der Voraussetzung zu, dass sich mit dem nazistischen Deutschland, dem faschistischen Italien und dem militaristischen Japan im Zweiten Weltkrieg gegnerische Mächte der modernen Barbarei zur Unterjochung, teilweise Ausrottung großer Teile der Menschheit zusammengefunden hatten. Weder das Kriegsvölkerrecht noch das elementare humane Empfinden erlaubt eine systematische Kriegführung gegen eine Zivilbevölkerung, allemal mit der Konsequenz der Vernichtung in großem Maßstab.
Das gilt im gegebenen Fall umso mehr, als die Aktion militärisch nicht begründet werden konnte, denn Japan war faktisch geschlagen und zur Kapitulation bereit. Strittig war nur noch, ob der Gott-Kaiser, der Tenno, weiterhin – sei es nur repräsentativ – an der Staatsspitze verbleiben dürfte. Just dieses wurde den Japanern aber später zugestanden.
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- Geschrieben von: Brandt Peter
- Rubrik: Geschichte
von Herbert Ammon
Krieg statt Frieden in Europa
Spätestens mit dem am 24. Februar 2022 von Wladimir Putin als »militärische Spezialoperation« eröffneten Ukrainekrieg zerstoben die vor allem in Deutschland seit Mauerfall und Wiedervereinigung gepflegten Hoffnungen auf einen »ewigen Frieden« in Europa. Zwar hatte Putin im Februar 2007 auf der Münchner Sicherheitskonferenz mit seiner Absage an den in seinen Augen unaufrichtigen Westen die westlichen Eliten frappiert. Eineinhalb Jahre später, im Augustkrieg 2008, erteilte er dem auf amerikanische Hilfe spekulierenden georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili eine Straflektion. Nichtsdestoweniger blendete man – aus plausiblen ökonomischen und politischen Gründen – noch sechs Jahre später in der Ära Merkel die historisch-politische und militärische Relevanz der Krim-Annexion sowie die seit 2014 im Donbas-Gebiet anhaltenden, ungezählte Opfer fordernden Kriegshandlungen weithin aus. Zugleich neigte man dazu, die auf beiden Seiten einsetzenden Kriegsvorbereitungen zu übersehen: auf russischer Seite eine massive Aufrüstung, die auf Revision des 1991 nach Auflösung des Sowjetimperiums entstandenen geopolitischen Zustandes und/oder die machtpolitische Disziplinierung der seit 2014 offen nach Westen orientierten Kiewer Regierung zielte, auf der anderen Seite die mit amerikanischer und britischer Unterstützung betriebene Modernisierung der ukrainischen Armee, die offenkundig nicht nur der Abwehr weiterer russischen Angriffe im Donbass dienen sollte.
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- Geschrieben von: Ammon Herbert
- Rubrik: Geschichte
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