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von Helmut Roewer

Am 24. Februar 2022 haben starke Heeres-Verbände der russischen Armee die Grenzen zur Ukraine überschritten und sind in den Kampf gegen die weitgehend in der Ostukraine versammelten ukrainischen Armee eingetreten. Die Medien überschlagen sich seitdem in Sachen Kriegsberichterstattung, gepaart mit Parteinahme zugunsten der Ukraine. In den beiden folgenden Artikeln, die ich zwischen dem 15. und 21. März 2022 verfasst habe, gehe ich (1) auf die politischen Grundlagen des Ukraine-Konflikts ein und beschreibe (2) das psychologische Moment der Kriegseröffnung anhand historischer Beispiele und als aktuelles Massenphänomen.

von Immo Sennewald

Als 1938 in Leipzig sein erster Roman Fata Morgana über den Straßen erscheint, ist Erwin Wickert 23 Jahre alt. Mit 21 ist er als deutscher Austauschstudent quer durch die USA gereist, nach Ende seines DAAD-Stipendiums auf eigene Faust von der Ostküste nach Kalifornien getrampt, per Autostopp oder unter Lebensgefahr, wie einst Jack London als ›Hobo‹ – also Schwarzfahrer auf Güterzügen. Was er sieht und erlebt, wirbelt fast alle von zu Hause mitgebrachten Begriffe von Amerika davon, aber er bemüht sich sogleich, so viel wie möglich zu beschreiben: für einen regelmäßigen Rundbrief an die Austauschstudenten und in Artikeln für Zeitschriften in Deutschland. Dort wartet der Wehrdienst auf ihn, deshalb will er keinesfalls zurück. Sein Geld reicht noch für eine Passage von San Francisco nach Japan im Zwischendeck eines Frachters, als Tellerwäscher hat er etwas dazu verdient, Asien wird, nach der für ihn befreienden Zeit in Amerika, das nächste große Abenteuer.

von Gunter Weißgerber

Klimaerwärmung ist Chance, nicht das Ende

»Die natürlichen Archive liefern den Beweis für das schriftliche Zeugnis der Menschen. Im späten zweiten Jahrhundert gingen die heiteren Tage des römischen Klimaoptimums ihrem Ende zu. Es gab keinen abrupten Einschnitt, das RCO (Roman Climate Optimum) endete ganz allmählich, an seine Stelle trat die etwa dreihundert Jahre dauernde spätrömische Übergangsperiode, eine Zeit des Schwankens, der Planlosigkeit, der größeren klimatischen Umschwünge. Die Schwankungen wirkten sich global aus. … Darauf folgte eine Abkühlung. Nach Jahrhunderten der Schmelze … Aufzeichnungen aus weit voneinander entfernten Gegenden wie Spanien, Österreich und Thrakien zeigen übereinstimmend eine Periode des Temperaturrückgangs. Wahrscheinlich spürte Cyprian tatsächlich den frostigen Wind einer kühleren Zeit in der Mitte des dritten Jahrhunderts« (S.197/198).

Eine hysterisch aufgeladene Klimarettungsbewegung kämpft seit Jahrzehnten mit ständig eskalierendem Furor gegen eine wissenschaftlich durchaus strittige menschengemachte Klimaerwärmung. Sollten diese Retter sich vielleicht klüger auf die mögliche und nicht neue Erwärmung freuen und sich mit wissenschaftlichem Ehrgeiz freudig auf optimale Warmzeiten einstellen? Bei der Lektüre dieses Buches stellte ich mir sehr oft genau diese Frage.