Ernst Eichengrün: Zwischenrufe


Ob Herr Maaßen klug und richtig gehandelt hat, sei dahingestellt. Sicherlich ist da noch Klärungsbedarf. Doch was mich bestürzt, das ist das Gewicht, das von Medien und Politikern der Sache beigemessen wird. Wir kennen das ja schon, dass manche Journalisten sich gerne feiern lassen, wenn sie sich den Skalp eines von ihnen erlegten Prominenten an den Gürtel heften können. Wenn Harry Potter, alias Kevin Kühnert, gar fordert, die Koalition deswegen platzen zu lassen, dann zeigt das nur, wie sehr die ganze Angelegenheit über die Maßen dramatisiert wird.

0
0
0
s2smodern

Chemnitz lässt uns nicht mehr los. Mit Recht. Wie konnte es passieren, dass ganz normale Bürger für die rechtsradikalen Horden bereitwillig die Kulisse bildeten? Für Leute, die man politisch und auch ästhetisch nur als widerlich empfinden kann? Verständlich allenfalls, wenn man die Häufung der Untaten von ›Flüchtlingen‹ ebenso in Betracht zieht wie das Verhalten der Politik und der Medien. Doch ob die Ereignisse im Rückblick viele dieser sonst so braven Bürger zum Nachdenken veranlassen? Oder ist diese Erwartung nur Ausdruck des Hochmuts der Bildungsschichten, die von den Veränderungen im Land, den Zukunftsängsten weniger betroffen sind und sich im Hochgefühl, einfach den besseren Überblick und die höhere Moral zu besitzen, den ›Kleinbürgern‹ überlegen fühlen?

0
0
0
s2smodern

Andrea Nahles hat gefordert, junge Arbeitslose bis 25, die ihren Meldepflichten nicht nachkommen, nicht länger mit Sanktionen zu bestrafen.

Ein falscher Vorschlag. So sehr man auch über einige Lockerungen bei Hartz IV nachdenken könnte, auch über die Frage, ob eine totale Mittelsperrung nicht des Guten zu viel ist, so sollte eine Sanktionierung doch beibehalten werden.

0
0
0
s2smodern