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von Gunter Weißgerber

Es war einmal ein junges Mädchen. Am liebsten hätte es wohl in der Welt von ›Tausendundeine Nacht‹ gelebt. Eine fremde, schöne Welt mit viel Glück am Wege. So wie es Märchen oft eigen ist.

Niemand, schon gar nicht ein Kind, nimmt den Inhalt eines Märchens wortwörtlich. Irgendwie klappt das mit dem Ausblenden, dem Überlesen auch sehr schlimmer Dinge in Geschichten, die uns doch so gefallen. So entstand wohl nie Mitleid mit der Hexe, die von Hänsel und Gretel verbrannt wurde. Auch glaubten wir, dass diese Hexe mit Hans und Grete Grausames vorhatte. Unsere Eltern, die es sicher besser wussten, was angeblichen Hexen an Folter angetan worden war, um den armen Geschöpfen abstruse Geständnisse zu entlocken, schützten uns vor den Wahrheiten hinter den Märchen. Niemand wollte uns die schönen Mythen zerstören. Schön sollten wir es haben.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.