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von Immo Sennewald

»Die unterhaltendste Fläche auf der Erde für uns ist die vom menschlichen Gesicht.«

Das sagte der Physiker, Philosoph und Schriftsteller Georg Christoph Lichtenberg fast 250 Jahre bevor Selfies und Videos, erzeugt mit hunderten Millionen Kameras in Smartphones, verbreitet über Kanäle der ›social media‹ die Welt fluteten. Ein gewaltiger Schub in der Geschichte der Bildermedien, die seit dem 19. Jahrhundert nur eine Richtung kannten: mehr, besser, billiger. Natürlich zogen Gesichter schon viel früher das Augenmerk auf sich, und das eigentlich ›Unterhaltende‹ daran ist bis heute zweierlei:

  • Wie stark Mienen die Emotionen von anderen mitschwingen lassen können – egal ob sie real erlebt oder in einem Bild, noch wirksamer im Film, dargestellt werden.
  • Was lässt sich aus einem Antlitz herauslesen, was als Information über die hinter der Stirn verborgenen Absichten nutzen – sei ’s eine vom Alter gefurchte oder mit jugendlicher Glätte bezaubernde?

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von Johannes R. Kandel

Islamapologetik und Islamkritik

Die Literatur zum Islam füllt weltweit Bibliotheken. Es ist nicht verwegen zu sagen, dass die überwiegende Zahl der Publikationen vermutlich dem Genre ›Apologetik‹ zugerechnet werden kann, allein schon aufgrund der unablässigen Propagandatätigkeit der saudi-arabisch gesteuerten ›Islamischen Weltliga‹ (Rābiṭat al-ʿālam al-islāmī). Das Literaturformat ›Islamkritik‹ nimmt sich dagegen, vorsichtig formuliert, sehr bescheiden aus, seien es ›populistische‹ Auseinandersetzungen mit dem Islam, besonders in den sozialen Medien, seien es wissenschaftliche Analysen zu einem breiten Themenspektrum. Dafür gibt es m. E. einen besonders hervorstechenden Grund: Zahlreiche Anhänger dieser Weltreligion reagieren überaus empfindlich auf jedwede Kritik an den Lehren und Kulturen des Islam. Insbesondere ihr ›Prophet‹ Mohammed genießt, gewissermaßen als ›Säulenheiliger‹, besonderen Kritikschutz. Deshalb ist Kritik am ›Propheten‹ in einigen islamischen Staaten auch ein todeswürdiges Verbrechen.

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von Johannes R. Kandel

Dieses Buch kommt zur rechten Zeit, weil es sachlich, gleichwohl zugespitzt, den zurzeit grassierenden und in den Rang unbezweifelbarer Wahrheit gerückten ›Antirassismus‹ einer schneidenden Kritik unterzieht. Nach dem gewaltsamen Tod des farbigen US-Amerikaners George Floyd rollten turmhohe Wellen eines Antirassismus-Tsunami über die USA und Europa. Hunderttausende demonstrierten. Antirassisten aller Länder vereinigt Euch! Die trägen und ignoranten Zeitgenossen sollten drastisch aus dem Schlaf der Sicherheit mit dem Alarmruf: Rassisten ante portas! geweckt werden. Gerade noch schien die Debatte um die Existenz, bzw. Nichtexistenz von Rassen zugunsten der Rassenleugner entschieden zu sein, da erhob doch plötzlich wieder der unheilspeiende Drache des ›Rassismus‹ sein Haupt. Die ›Rassenfrage‹ war wohl doch nicht ad acta gelegt. Pascal Bruckner, renommierter Essayist und Romancier, seit langem Pfahl im Fleisch der postmodernen Linken, merkt sarkastisch an: »Alles ist rassistisch geworden, die Kulturen, die Religionen, die Gemeinschaften, die sexuellen Vorlieben, das Denken, die Essgewohnheiten« (S. 17).

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.