von Jens-U. Hettmann
Dass Afrikas Frauen – quer über den ganzen Kontinent – auch dort, wo sie laut Verfassung ›gleichberechtigt‹ sein sollen, dies in ihrer überwältigenden Mehrheit im realen Leben aber genau nicht sind, dass ihre Lebenslage selbst hinter die ›Standards‹ etwa des zeitgenössischen Europa um ›Lichtjahre‹ abfiel, wurde mir nach wenigen Jahren vor Ort – ab der Mitte der 1980er Jahre etwa – immer klarer. Ebenso klar wurde, dass diese Verhältnisse nicht frisch vom Himmel gefallen waren und dass sie in ihren Ursprüngen deutlich vor die Kolonialzeit (die aktuell vielfach als die einzige Ursache der weithin äußerst schwierigen Lebensverhältnisse der Menschen in Afrika angesehen wird, was allerdings nur bedingt richtig ist) zurückreichen. Frauen und Mädchen waren – und sind – in ihren Rechten weit davon entfernt, gleichberechtigt mit den Männern bzw. Jungen zu sein, und zwar in so ziemlich sämtlichen Lebensbereichen: angefangen bei der Bildung, über wirtschaftliche Autonomie bis hin zu politischer Partizipation bei der Gestaltung der ›polity‹, zu der sie alle gemeinsam gehör(t)en. In Mali mussten damals Frauen sogar noch schriftliche Genehmigungen ihrer Ehemänner beibringen, wenn sie ein Visum für eine Auslandsreise beantragten. Mädchen gingen – das ist wohl leider bis heute verbreitet so – im Durchschnitt weit weniger lange zur Schule als Jungen. Die Wirtschaftstätigkeit der ›Durchschnittsfrau‹ (selbst wenn die genauso berühmten wie seltenen ›Mama Benz‹ durch ihre Erfolge im Bereich ›Handel‹ immer wieder für Gesprächsstoff und Bewunderung sorgten) beschränkte sich im Normalfall auf die Erhaltung der Funktionsfähigkeit des ›foyers‹, und zwar fast ausschließlich mit den in aller Regel sehr bescheidenen Mitteln, die das Familienoberhaupt ›Mann‹ mehr oder weniger widerwillig zur Verfügung stellte. Zwar begegnete man immer mal wieder auch in höheren Funktionen des Staatsdienstes Frauen, aber diese waren eher die Ausnahme, die die Regel bestätigten, dass die Frauen zwar sehr viel arbeiteten, vielfach schufteten, im Gegenzug aber dafür alles andere als gerecht entlohnt wurden bzw. am politischen Leben partizipierten.
- Details
- Geschrieben von: Hettmann Jens-U.
- Rubrik: Politik
Eine kommentierte Textanalyse des UN-Migrationspakt 2018
von Eckhard Stratmann-Mertens
Erst die rechte Netzdiskussion um den UN-Migrationspakt und die Initiative der AfD für eine Aktuelle Stunde dazu im Deutschen Bundestag Anfang November 2018 brachte eine öffentliche Diskussion in Deutschland dazu in Gang. Offensichtlich sollte versucht werden, das seit 2016 auf UN-Ebene ausgehandelte Dokument leise und schnell über die parlamentarische Bühne zu bringen.
- Details
- Geschrieben von: Stratmann-Mertens Eckhard
- Rubrik: Politik
von Waldemar Ritter
Als ich vor 85 Jahren geboren wurde, lebten rund 2 Milliarden Menschen auf unserer Erde. Zur Zeitenwende, zu Christi Geburt waren es 170 Millionen. Heute sind es über 7,6 Milliarden. Das sind 85 Millionen mehr als im Vorjahr. Und damit etwa so viele Menschen, wie derzeit in Deutschland leben. Das Problem der Überbevölkerung ist das wichtigste Problem der Menschheit. Alle großen Probleme hängen von der Zahl der Menschen auf der Erde ab.
- Details
- Geschrieben von: Ritter Waldemar
- Rubrik: Politik
- Vom Wahn und von der Erkenntnis
- Trump, Anti-Trump und keine Analyse
- Vanuatu – ein letztes Paradies?
- Überleben im Atomzeitalter
- Die Sanktionen gegen Putin und die hilfreichen Folgen für Russland
- Die Grenzen des Westens zum Nahen Osten
- Die Komplexität des Politischen Teil 2
- Die Komplexität des Politischen
- Zehn Thesen für ein weltoffenes Deutschland
- Enttäuschte Liebe
- Nutznießer der Niedertracht
- Provokationen zu Strategien
- Bolivien – ein Hoffnungsmodell?
- Chinas wachsende internationale Rolle und der Trump-Effekt
- Im Machtdreieck von Putin, Xi Jinping und Trump
- Die Streitkräfte Russlands. Entwicklung seit 1991 und Ausblick
- Don Giovanni in Cuzco
- Costa Rica – ein Modell für die Zukunft?
- Die Globusfalle
- Selbstbehauptung durch Selbstbegrenzung
- Kulturelle Hegemonie statt Globalisierung
- Buenos Aires 2016
- Die Ukraine, der Westen und Russland
- Die Nüchternen
- Brasilien beschweigt die Militärdiktatur: Wird die Wahrheitskommission zum Wendepunkt?
- Demokratien im Wandel: Wie Soziale Ungleicheit in Brasilien ab- und in Deutschland zunimmt
- Die Dilemmata eines zeitgenössischen Linksreformismus
- Freiheit für Ai Weiwei!
- Fluch und Segen der Entwicklungshilfe
- Irrtum Afghanistan
- Die Fabel von der Flexibilität
- Die Wurzeln des Terrors
- Notizen zur weltpolitischen Konjunktur
