Hans von Storch: Zur Sache Klima. Aufnahme: ©J.Xu Aufnahme: ©J.Xu

Die Absicht dieser Kolumne geht dahin, ruhiger, als es in der Publizistik gemeinhin geschieht, die Hintergründe von Aufregerthemen in Sachen Klimawandel und Klimaschutz zu erläutern, manchmal auch einfach Grundlagen zu erklären. – Hans von Storch, geb. 1949, ist Professor am Meteorologischen Institut der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften (MIN), Zweitmitglied an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo) der Universität Hamburg sowie Direktor emeritus des Instituts für Küstenforschung am Helmholtz Forschungszentrum Geesthacht. Er ist Spezialist für Fragen der Klimamodellierung und hat in verschiedenen Arbeitsgruppen des IPCC mitgearbeitet. Zusammen mit Werner Krauß schrieb er das Buch Die Klimafalle: die gefährliche Nähe von Politik und Klimaforschung (2013).

 

von Hans von Storch

Modelle reden ein gewichtiges Wort mit bei der politischen Willensbildung. Modelle, die die zukünftige Entwicklung des Klimasystems abschätzen, sind schon alte Bekannte, seit etwa einem Jahr sind auch Modelle zur Ausbreitung und Einhegung der Corona-Pandemie allgegenwärtig. Was sind das eigentlich für Dinger, diese ›Modelle‹? Das Wort ist mit zahlreichen Bedeutungen im Einsatz, von ›models‹, also von Frauen und Männern, die gewisse Schönheitsideale verkörpern, ›digital elevation models‹, früher Landkarten genannt, hin zu den Instrumenten der Klimaforschung und Epidemiologie.

Die durch Corona erzwungene Pause der Klima-Proteste und -Aufgeregtheit bietet die Chance, rationaler über das Thema zu reden. Und es ins Verhältnis zu anderen zentralen globalen Fragen zu rücken.

Gastbeitrag von Ludwig Greven

Nach dieser Pandemie, so ein gerne verwendetes Topos, wird nichts mehr so sein, wie es vorher war. Abgesehen davon, dass viele Menschen genau darauf hoffen, gilt es auch in anderer Hinsicht als der gemeinten. Denn konnte man bis zum Ausbruch des Virus zumindest in den veröffentlichten Meinungen in den klassischen und neuen Medien hierzulande den Eindruck gewinnen, dass es nichts Wichtigeres gebe als das Verhindern einer angeblich unmittelbar bevorstehenden Klimakatastrophe, hat die globale Gesundheitskrise die Wertigkeiten drastisch verschoben. Für die gesamte Menschheit ging und geht es jetzt tatsächlich um das unmittelbare Überleben, um ihre wirtschaftliche und soziale Existenz, um eine nicht zu leugnende reale Bedrohung. Und um ihre Freiheiten. Anderes rückt da erst einmal in den Hintergrund.

Gastbeitrag von Uwe Grünewald

Deutschland stellt sich mit großer Vehemenz das Ziel, bis zum Jahr 2038 vollständig aus der Braunkohleverstromung auszusteigen. Dazu gibt es vielfältige gesellschaftliche Diskussionen, staatliche Gesetzesinitiativen und finanzielle Regelungen. Vollkommen unterbelichtet scheinen dagegen die enormen wasserwirtschaftlichen Herausforderungen, die damit verknüpft sind, zu sein. Diese sind in den verschiedenen Revieren und Regionen zwar sehr unterschiedlich. Mit großem Besorgnis stellen aber Wissens- und Erfahrungsträger in den Revieren fest, dass die vielfältigen Aspekte der damit im Zusammenhang stehenden Vorsorge- und Nachsorgemaßnahmen (einschließlich der finanziellen Vorsorge) entweder gar nicht oder vollständig unzureichend in die bundes- und landespolitischen, partei- und regionalpolitischen sowie medialen Darstellungen eingehen. Die folgenden Ausführungen versuchen, aus der Sicht eines über mehrere Jahrzehnte vor allem in der Region Lausitz tätigen Fachwissenschaftlers und Hochschullehrers für Hydrologie und Wasserwirtschaft im Sinne eines ausgewogenen Risikomanagements (Risikoanalyse: Was kann passieren?; Risikobewertung: Was darf nicht passieren bzw. welche Sicherheit zu welchem Preis?; Risikoumgang: Wie kann mit dem Restrisiko bestmöglich umgegangen werden?; Risikokommunikation: Bestmögliche Vermittlung an die Öffentlichkeit) zur Aufhellung und Problembewältigung beizutragen.

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Sämtliche Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Die frei verwendeten Motive stammen von Monika Estermann, Renate Solbach und Ulrich Schödlbauer.