Brandt: Beziehungen zu Polen Drucken E-Mail
27.07.2010
Die deutsch-polnischen Beziehungen bis 1990 (unter Mitberücksichtigung der deutsch-russischen Beziehungen)

von Peter Brandt

Wir sind gewohnt, auch für weit zurückliegende Zeiten von ›deutsch-polnischen‹ Beziehungen zu sprechen, obwohl wir es im Mittelalter und der frühen Neuzeit beiderseits nicht mit Nationalstaaten oder ihren unmittelbaren Vorformen zu tun haben, auch nicht mit Nationen im modernen Sinn, seien sie ethnisch-kulturell oder staatsbürgerlich definiert. Für das Heilige Römische Reich, das im 15. Jahrhundert, nach dem Ausscheiden Italiens und Burgunds aus dem Reichsverband, den Zusatz »Deutscher Nation« erhielt, ist dieser Tatbestand im Hinblick auf seinen bis zu seinem Ende 1806 nicht überwundenen lehnsrechtlich-genossenschaftlichen Charakter offenkundig. In ähnlicher Weise wie das Römisch-Deutsche Reich, wenn auch ganz anders gestaltet...

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Ammon: 20. Juli Drucken E-Mail
17.07.2010
Ein Signal an Seydlitz über Madame Kollontai
Sperrige Fakten zur Geschichte des 20. Juli 1944

von Herbert Ammon

Historische Wirklichkeit erweist sich stets als komplexer denn die von spezifischem Erkenntnisinteresse oder geschichtspädagogischen ›Lernzielen‹ geprägten Deutungen. Dies gilt gerade auch für die missglückte Rettungstat des 20. Juli, eines jener Daten, auf die sich im vereinten Deutschland ein national verbindendes Geschichtsethos gründen könnte. Während man in den Jahren vor 1989 in der DDR den 20. Juli ziemlich spät für das ›Geschichtserbe‹ reklamierte und dabei die in letzter Minute aufgenommenen Kontakte zum kommunistischen Untergrund...

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Jünke: Der gefesselte Lukács Drucken E-Mail
14.07.2010
»Hic Rhodos, hic salta!« – Georg Lukács und der Sprung ins Reich der Freiheit

von Christoph Jünke

Gefragt nach den politischen Offensivmethoden der aufkommenden Jugendrevolte seiner Zeit, nach chinesischer Kulturrevolution und lateinamerikanischem Guerillakampf, antwortete der alte Georg Lukács Ende 1966 kritisch, dass man sich darüber im Klaren sein müsse, »dass wir heute in der Erweckung des subjektiven Faktors nicht die zwanziger Jahre erneuern und fortsetzen können, sondern dass wir auf der Grundlage eines neuen Anfangs mit allen Erfahrungen zu beginnen haben, die wir aus der bisherigen Arbeiterbewegung und aus dem Marxismus haben. Wir müssen uns klar darüber sein, dass wir es mit einem Neuanfang zu tun haben, oder...

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Schulz: Hochschulzugang Drucken E-Mail
07.07.2010
Stipendienprogramm contra Bafög: Wie in der Hochschulpolitik die falschen Prioritäten gesetzt werden

von Swen Schulz

Erst waren die protestierenden Studierenden nach Auffassung der Bundesbildungsministerin Schavan „Ewiggestrige“. Doch sie hatte schnell gespürt, dass sie sich mit dieser aggressiven Rhetorik aufs Abstellgleis begeben hatte. Darum änderte sie ihren Kurs, zeigte Verständnis, sprach von Defiziten und lud zu einem „Bologna-Gipfel“ ein. Und sie kündigte Verbesserungen beim BAföG an.
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Söhner: Nationalsymbole Drucken E-Mail
04.07.2010
Nationalsymbole und Pathos in Deutschland – Bert Brechts Kinderhymne

von Felicitas Söhner

In einer Zeit, in der wieder auf allen Straßen die deutsche Flagge zu sehen ist, lebt er wieder auf, der deutsche Fußballnationalismus. Die Symbolfarben schwarz-rot-gold drängen sich einem derzeit nahezu auf. Ob Mützen, Kaffeetassen, T-Shirts oder Luftballons, im Moment sind die Nationalfarben wieder in und fungieren nicht selten auch als effektvoller Werbeträger. Jedoch wie steht es mit anderen Symbolen der Deutschen? Spielt die deutsche Nationalhymne eine ähnlich populäre Rolle? Schon zur letzten Fußballweltmeisterschaft wurden ähnliche Fragen diskutiert (Banchón 2006, Kruse 2006, Mahlzahn 2006)...

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Büsching: Bürokratie 2.0 Drucken E-Mail
30.06.2010
Bürokratie 2.0 – Die Transformation der Privatwirtschaft

von Jörg Büsching

1.

Kein Zweifel, der Kapitalismus ist in Verruf geraten. Zwanzig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer, der im Westen als Sieg des Systems der freien Marktwirtschaft und der im allgemeinen damit ganz selbstverständlich verknüpften freiheitlich-rechtsstaatlichen, demokratischen Grundordnung gefeiert wurde, bestreiten das nicht einmal jene, die davon profitieren. Anders könnte man kaum erklären, weshalb zum Beispiel die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie es seit dem Jahr 2000 für nötig erachten, mehrere Millionen Euro jährlich für größtenteils nicht offene, sondern unter dem falschen Etikett journalistischer Aufklärung oder gar wissenschaftlich fundierter Publikation verschleierte Public-Relations-Arbeit der sogenannten »Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft« auszugeben. Mit dem Ideal eines freien Marktes, auf dem sich nicht nur Anbieter und Nachfrager von Waren treffen, sondern auch der freie Austausch von Meinungen stattfindet...

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Ammon: Verwirrendes Fußballfieber Drucken E-Mail
29.06.2010
Deutsch-nationale Irrungen/Wirrungen im steigenden Fußballfieber.
Zur seelischen Selbsterkundung niedergeschrieben am 28. Juni 2010, dem serbisch-deutsch-österreichischen Schicksalstag

von Herbert Ammon

Von der von DFB-Gewaltigen um ihr Interview mit Horst Eckel, Sieger der Schlacht von Bern 1954, gebrachten rechtskonservativen Junge[n] Freiheit war nichts anderes zu erwarten. Das Blatt nährt seine Hoffnung auf nationale Wiedergeburt aus dem Geist der Glotze und der fahnenschwingenden Massen auf der Fanmeile vor dem Brandenburger Tor. Aber wie steht es mit all den anderen geistesbildenden Organen im ungeliebten Lande?...

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