Schrott

von Ulrich Siebgeber

Der amerikanische Wahlkampf ist vorbei, der Karneval ist zu Ende gegangen, nur ein paar Trunkenbolde, die nicht so leicht vom billigen Wahlkampffusel lassen können, ziehen nächtens über Amerikas Straßen und zelebrieren den Hass, gegen den ihre Gehirne so gerne ankämpfen möchten. Doch halt, da gibt es eine europäische Elite, professionelle Leute, wenn das Publikum sie richtig versteht, angeführt von einem unglaublichen deutschen Außenminister, den sein Parteichef angesichts der allgemeinen Renten-Unsicherheit noch schnell ins Präsidentenamt hieven möchte – Leute, die ihr Handwerk von Grund auf verstehen sollten, und sie grölen in der ihnen eigenen Sprache der Distinktion mit: Was passiert da gerade? Rausch? Rendite? Routine? Wenn darin eine Steigerung liegt, dann muss es wohl letztere sein.

Fly close

 

von Ulrich Siebgeber

Flüstert leise leise leise
summt das Flüster-Fliegenlied,
von der Stasi lernt die Weise,
die so cool die Strippen zieht.

 

von Ulrich Siebgeber

Wann immer eine irreguläre Gewalttat oder eine Ballung endemischer Gewalt Zutritt zum öffentlichen Bewusstsein erlangt, prallen die Sprache der politischen Korrektheit und ihr Gegenbild, die öffentliche und private Hass- oder Wutrede, aufeinander. Zweifellos handelt es sich um ein Ritual, dessen wenig geheime Bedeutung darin besteht, ›das Schlimmste‹ zu verhüten: das Überspringen der Gewalt in die allgemeine Praxis oder in eine ›neue Dimension‹, wie es euphemisierend bei den Verantwortlichen heißt.

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