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Hommage an mein Idol Siegfried Kracauer mit geschlechtsbedingter Widerrede

Er ist einer meiner Liebsten, ich habe ihn oft verschenkt und noch öfter zitiert. Heute nehme ich ihn wieder zur Hand: den Aufsatz über Freundschaft von Siegfried Kracauer, mein Vorbild für eine Annäherung an amorphe, sich ständig verändernde Begriffe. Seine Methode hilft mir beim Ein- und Umkreisen von Themen, die mir wichtig sind – wie zum Beispiel Freundschaft – im Allgemeinen und für mich im Besonderen.

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Die Parole: ›Phantasie an die Macht‹ ist nach einem dialektischen Purzelbaum wieder da! Nur ein Artikel muss ausgetauscht werden: Heute ist die ›Phantasie an der Macht‹. Sie blüht und gedeiht, ob auf Kongressen, in politischen Reden oder den sogenannt ›sozialen‹ Netzwerken. Mit dem Spruch ›Phantasie an die Macht‹ wollten junge Leute vor einem halben Jahrhundert aus der Enge der Nachkriegszeit, aus postfaschistischen oder noch wilhelminischen Regeln ausbrechen.

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Vermutungen über Attraktivität, Nutzwert und Chancen einer prekären Existenz*

Es gibt nicht allzu viele Geschichten und Traditionen, die im 21. Jahrhundert noch lebendig sind. Eine davon ist die Erzählung vom Künstler und – auf andere Art – von der Künstlerin. Sie sind erstaunlich gegenwärtig, man findet sie, wie Ostereier, an den merkwürdigsten Plätzen. Zum Mythos von Künstlern gehört, dass sie Avantgarde sind; leidenschaftlich nur ihrem Werk und den eigenen Ideen verpflichtet, schaffen Künstler frei und unabhängig ihre Bilder, Skulpturen oder Dichtungen.

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Es bleibt spannend und ich bin neugierig, wie die Geschichte ausgehen wird. Da ich gerne optimistisch bin, wünsche ich dem älteren Herr ›türkischer Herkunft‹, dass seine Idee gehört wird. Er wartet auf eine Demonstration junger muslimischer Männer, die gegen die Übergriffe in Köln auf die Straße gehen und für zivile Umgangsformen demonstrieren. Zarte Ansätze, dass sich sein Wunsch erfüllen könnte, gibt es bereits: http://www.heise.de/tp/artikel/47/47080/1.html

Besprechungen

Der grüne Raum von Saint-Leu

von Ulrich Schödlbauer

»In diesem Moment machte ich zwei Fotos. Das erste Foto war Abasse, wie er mich als ein blutig geschlagener Clown verwirrt ansah. Das zweite Foto war Abasse, wie ihn eine Faust im Gesicht traf.« Eine Personverdoppelung in zwei Sätzen, die wie ein missing link die Person dazwischen erraten lässt, ein Schemen, ergänzt aus Eigenem, ergänzt durch Material aus einer anderen Welt, einer Welt, in der es gewalttätig zugeht, auch wenn kein Blut fließt und gerade keine Fresse poliert wird, weil die Interessen ein scheinbar gesitteteres Verhalten nahelegen. Dagegen setzt der Erzähler den grünen Raum von Saint Leu, eine Strecke inmitten der Brandung, nur dem Surfer zugänglich, der am Strand von La Réunion seine Künste spielen lässt.

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Axel Weipert/Salvador Oberhaus/Detlef Nakath/Bernd Hüttner (Hg.): »Maschine zur Brutalisierung der Welt«. Der Erste Weltkrieg – Deutungen und Haltungen 1914 bis heute, Münster 2017 (Verlag Westfälisches Dampfboot), 363 S.

von Gerhard Engel

Den Titel für ihren von der Rosa-Luxemburg-Stiftung geförderten Sammelband liehen sich die Herausgeber bei Eric Hobsbawm, der den Ersten Weltkrieg mit diesem Begriff gekennzeichnet hatte. Doch in den achtzehn durchweg lesenswerten Beiträgen des Bandes, zumeist hervorgegangen aus wissenschaftlichen Veranstaltungen der Rosa-Luxemburg-Stiftung, wird weit mehr abgehandelt als der Brutalisierungseffekt dieses bis dahin unbekannten industrialisierten Massenmordens. Denn sie ziehen eine Zwischenbilanz der seit 2014 geführten Debatten über Kriegsschuld und Verantwortung, verfolgen Fortwirkungen des Ersten Weltkriegs bis in die Zeit des Zweiten und bereichern unsere Kenntnisse über das Geschehen auf Kriegsschauplätzen, die seit 2014 in den Debatten über den ›Großen Krieg‹ weniger Beachtung fanden als die Fronten in Ost- und Westeuropa.

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Arbeit - Bewegung - Geschichte. Zeitschrift für historische Studien, Heft 2017/III

von Holger Czitrich-Stahl

Heft III von Arbeit – Bewegung – Geschichte erschien Ende September 2017 und widmet sich dem Schwerpunkt »An den Rändern der Revolution: Marginalisierung und Emanzipation im europäischen Revolutionszyklus ab 1917«. Wie auch in anderen Zeitschriften, die sich hundert Jahre nach den beiden russischen Revolutionen vom Februar und Oktober 1917 mit dem Revolutionszyklus von 1917-1923 beschäftigen, bemüht sich auch das hier betrachtete Periodikum um einen erweiterten Blickwinkel auf die Ursachen, Triebkräfte, Ereignisse und sozialen Träger der Umwälzungen jener Jahre nach dem herannahenden Ende des Ersten Weltkrieges und dem Abflauen der revolutionären Kämpfe 1922/23.

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