… neulich im Einstein

konnte man wieder einmal nur staunen, wie leichtfertig die freie Presse heute mit dem Status des Menschen operiert; unversehens und frenetisch wird all denen ihr Gattungsmerkmal abgesprochen – lächerlich gemacht, hämisch, pathologisiert –, die nicht den alten Werten in alter Weise (des ›Westens‹) verbunden scheinen.

… neulich im Einstein

wurde mir wieder mal klar, dass gutgemeint das Gegenteil von gut ist. Da war in den Gazetten ein Bild von der Dresdner Frauenkirche zu sehen, die verdeckt war durch drei vor ihr aufgepflanzte Buswracks … Das waren keine Überreste eines – herkömmlichen – Verkehrsunfalls, auch kein – modernislamistischer – Anschlag auf die Unbedarftheit von Christenmenschen, – es war, wie ehedem lange die Ruine der Frauenkirche, gedacht als Mahnmal gegen Kriegsschrecken.

– oder: wieder kein Wein in keinem Schlauch … und doch besoffen

… neulich im Einstein

erinnerte ich mich an einen Satz von Jules Cambon (1845-1935), der zwischen 1907 und 1914 französischer Botschafter in Berlin war, über uns Deutsche: Es gäbe »keine Verrücktheit, von der man das deutsche Volk nicht durch eine Pressekampagne von vier Monaten überzeugen könnte.« – Das mediengespreizte Postfaktische (als sei es evident, was überhaupt Faktisches ist …) zum neuen Identitäts›begriff‹ für unsere Zeit herausgegrölt, scheint mir ein solches Symptom für jenen alten Befund.

Powered by OrdaSoft!