von Hazel Rosenstrauch

Hommage an mein Idol Siegfried Kracauer mit geschlechtsbedingter Widerrede

Er ist einer meiner Liebsten, ich habe ihn oft verschenkt und noch öfter zitiert. Heute nehme ich ihn wieder zur Hand: den Aufsatz über Freundschaft von Siegfried Kracauer, mein Vorbild für eine Annäherung an amorphe, sich ständig verändernde Begriffe. Seine Methode hilft mir beim Ein- und Umkreisen von Themen, die mir wichtig sind – wie zum Beispiel Freundschaft – im Allgemeinen und für mich im Besonderen.

Die Parole: ›Phantasie an die Macht‹ ist nach einem dialektischen Purzelbaum wieder da! Nur ein Artikel muss ausgetauscht werden: Heute ist die ›Phantasie an der Macht‹. Sie blüht und gedeiht, ob auf Kongressen, in politischen Reden oder den sogenannt ›sozialen‹ Netzwerken. Mit dem Spruch ›Phantasie an die Macht‹ wollten junge Leute vor einem halben Jahrhundert aus der Enge der Nachkriegszeit, aus postfaschistischen oder noch wilhelminischen Regeln ausbrechen.

Vermutungen über Attraktivität, Nutzwert und Chancen einer prekären Existenz*

Es gibt nicht allzu viele Geschichten und Traditionen, die im 21. Jahrhundert noch lebendig sind. Eine davon ist die Erzählung vom Künstler und – auf andere Art – von der Künstlerin. Sie sind erstaunlich gegenwärtig, man findet sie, wie Ostereier, an den merkwürdigsten Plätzen. Zum Mythos von Künstlern gehört, dass sie Avantgarde sind; leidenschaftlich nur ihrem Werk und den eigenen Ideen verpflichtet, schaffen Künstler frei und unabhängig ihre Bilder, Skulpturen oder Dichtungen.

Besprechungen

Kerop Bedoukian: The Urchin. An Armenian´s Escape, London (John Murray) 1978, 192 Seiten

von Herbert Ammon

Vorbemerkung

Den nachfolgenden Text – die Besprechung eines Buches, das auf englisch bereits vor fast vier Jahrzehnten erschienen ist, schrieb ich auf Bitten meines deutsch-kanadischen Freundes Hans Sinn im vergangenen Jahr , als der im April 1915 ausgelöste Genozid an den Armeniern (und anderen christlichen Minderheiten) im Osmanischen Reich im Gedenkkalender stand.

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Freya Klier: Wir letzten Kinder Ostpreußens: Zeugen einer vergessenen Generation, Freiburg im Breisgau (Herder) 2014, 458 Seiten

von Herbert Ammon

Vergessene Opfer des Krieges. Leidenserinnerungen von Deutschen aus Ostpreußen

I.
Geschichtliche Erinnerung ist alles andere als die gemeinsam geteilte Vergegenwärtigung der Vergangenheit. Vielmehr findet sie auf unterschiedlichen, ja separaten Ebenen statt: in den Werken der Historiker, in der historischen Selbstwahrnehmung einer Nation oder einer Volksgruppe sowie, sehr viel weniger sichtbar, im Bewusstsein - und Unterbewusstsein – von Individuen. Für Millionen Menschen ist die Geschichte des 20. Jahrhunderts erfüllt von Erinnerungen an Krieg, Tod, Zerstörung und Vernichtung.

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Sebastian Maaß: Die Geschichte der Neuen Rechten in der Bundesrepublik Deutschland, Kiel (Regin) 2014, 368 Seiten

von Henning Eichberg

Wandlungen der neuen Rechten. Die neue nationale Frage, und wie man sich rechts den linken Feind erdichtet

Was ist rechts, und was ist links? Was ist die Neue Rechte im Vergleich zur alten, und was ist die Neue Linke im Vergleich zur alten? Das Neue an der Neuen Rechten – um diesen Fall herauszugreifen – wandelt sich im gesellschaftlichen Prozess. Und damit wandelt sich auch, wozu ein Wissen über die gestrige Neue Rechte, wie Sebastian Maaß (2014) es in dem hier zu besprechenden Buch gesammelt hat, eigentlich heute nützlich sei.

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